Ich hatte vor einigen Tagen ein Thema „Die Qual der Wahl Deutz Agrolux oder John Deere 5055“ eröffnet. Danke für die vielen Tipps und Antworten. Zum Agrolux hätte ich noch mal was zu bemerken. Mir ist aufgefallen dass viel darüber debattiert wurde, dass der Agrolux in Indien gebaut wird. Sollte man diesen Umstand als negativ einstufen?
Ich habe mir meine Gedanken darüber gemacht und bin zu folgenden Entschluss gekommen. Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Wachstum, Gewinnmaximierung und Effizienz stehen im Vordergrund. Der Mensch ist nun auszubeutendes Humankapital und unsere Heimat ist zum Wirtschaftsstandort verkommen. Leider ist Deutschland aber ein sehr teurer Wirtschaftsstandort.
In Indien gibt es keine Gewerkschaften, Umweltvorschriften und auch keine Tariflöhne. Somit ist ein Standort in Indien optimal, um die Gewinne zu maximieren, wenn man dennoch einen preisgünstigen Schlepper anbieten will.
Fragt sich nun noch wer die bessere Arbeit leistet. Der Inder oder der Deutsche? Ein demotivierter, tariflich bezahlter Deutscher, der selbst mit seinem Tariflohn nicht in der Lage dazu ist vernünftig zu leben und seine Unkosten zu decken. Oder ein Inder der keinen Tariflohn bekommt, aber dennoch motiviert zur Arbeit geht, weil sein Leben auf der Müllkippe ein Ende hat.
Der Inder besitzt gewiss die gleichen Fertigkeiten und die notwendige Ausbildung wie der Deutsche, um am Fließband einen Deutz zusammen zu schrauben. Macht das den Agrolux schlechter als einen Schlepper der in Lauingen gebaut wird? Ein klares NEIN.

